Die Ausgangssituation

 

Ende 2001 wurde durch Gesetzesänderung die Auslagerung des Portfoliomanagements aus sogenannten Master-Kapitalverwaltungsgesellschaften (Master-KVGen) zugelassen. Der institutionelle Anleger muss nicht mehr wie bisher parallel mit mehreren KVGen kommunizieren, sondern nur noch mit der Master-KVG, die ihm eine einheitliche Sicht (Reporting etc.) auf seine Assets garantiert.

 

Jetzt kann zwar der Anleger anstatt mit n KVGen mit nur noch einer Master-KVG kommunizieren, doch es stellt sich die Frage, auf welche Weise diese Master-KVG mit den im Regelfall vom Anleger selbst ausgesuchten Managern bzw. Advisors kommuniziert.

Viele Manager verfügen nicht über SWIFT. Nach aktuellem Status Quo übermitteln diese Manager ihre Orders per Telefax oder im besten Fall als Excel File an einen „Advisory Desk“ bei der Master-KVG, wo sie manuell wieder eingegeben werden müssen in das Order Flow System. Alleine die Zeitkosten der manuellen Neuerfassung der Orders sind erheblich. Hinzu kommen beträchtliche Fehlerkosten.

 

Anforderungen an eine Lösungsarchitektur

Die Anforderungen an die Kommunikation zwischen den Beteiligten sind wie folgt:

  • Reduzierung der Fehlerrate durch substantielle Schnittstellenreduktion
  • Reduzierung der Administrationskosten („Advisory Desk“)
  • Einfache Bedienbarkeit für die Manager
  • Softwaregestützte Werkzeuge zum automatischen Orderversand
  • Hohe Sicherheit
  • Niedrige Betriebskosten
  • Skalierbarkeit und Performanz

Unsere Lösung

 

M-Connect: Secure B2B Order Submission for External Asset Managers via Web Service Technology

    M-Connect erfüllt die oben genannten Anforderungen in Form einer Web-Service-Lösung.

    Ein Web Service ist ein spezieller Webserver, der nicht nur statische Seiten liefert, sondern darüber hinaus die Ausführung von Diensten ermöglicht. Hierzu werden die Funktionen und Datenstrukturen in einem standardisierten XML-Format beschrieben (Web Service Definition Language, WSDL). Externe Clients können diese Funktionen dann nutzen, indem sie anhand der Definition sogenannte SOAP-Nachrichten erzeugen und an den Server übertragen, der sie analysiert und die zugehörige Funktion ausführt. Der Nachrichtentransport kann dabei auf unterschiedlichen Wegen erfolgen. M-Connect verwendet aus Sicherheitsgründen ausschließlich „SOAP over https“, das die Nachrichten über gesicherte SSL-Verbindungen durch Firewalls hindurch überträgt.

    Eine Web-Service-Lösung hat den Vorteil, dass sowohl die Definition als auch die Nachrichten standardisiert sind und somit ein offenes System ermöglicht wird. Durch die Veröffentlichung der Schnittstellenbeschreibung kann der Server von beliebigen Orten weltweit und von beliebigen Plattformen und Systemen aus in Anspruch genommen werden. Entsprechende Web Service Toolkits sind heutzutage für fast jede Plattform erhältlich. Sowohl die Master-KVG als auch die externen Manager profitieren von diesem offenen Umfeld, da auf beiden Seiten mit maximaler Unabhängigkeit ein automatisches Straight Through Processing realisiert werden kann, bei dem nach erfolgreicher Einrichtung der Verbindung keine Medienbrüche mehr auftreten und ein manuelles Bearbeiten und Eingreifen entfällt.

     

    Gesamtarchitektur

    Bei M-Connect bietet die Master-KVG einen Web Service an, zu dem sich die externen Manager über das Internet verbinden können. Jeder Manager verwendet hierzu einen lokalen Web Service Client, der die Daten aus dem eigenen Order Flow System liest und über verschlüsselte Internetverbindungen zur Master-KVG überträgt. Der Server nimmt die Nachricht entgegen, speist sie zur weiteren Verarbeitung in das Order Flow System der Master-KVG ein und liefert eine entsprechende Statusmeldung an den Manager zurück.

     

      M-Connect-Gesamtarchitektur

    M-Connect-Gesamtarchitektur

    M-Connect-Client

    Der M-Connect-Client ist eine Software-Komponente, die die Kommunikation zwischen den Systemen des Managers und dem Web Service übernimmt.

    Das Common Client Interface (CCI) stellt dabei die eigentliche Schnittstelle zur Verfügung und realisiert den Datenaustausch mit dem M-Connect-Server. Es ist sowohl als JavaBean- als auch als Win32-COM-Komponente realisiert, wodurch die Anbindung unterschiedlicher Order-Flow-Systeme ermöglicht wird. Die konkreten Auftragsdaten erhält das CCI dabei über Adaptoren, die auf das jeweilige Order Flow System des Managers zugreifen. Zur Basisausstattung gehört ein VBA-Adaptor für Microsoft Excel, mit dem die Daten interaktiv aus einem vordefinierten Tabellenblatt gelesen und an den Web Service übermittelt werden können. Die Tabelle kann dabei entweder manuell erfasst oder mithilfe von Makros oder Datenbankanfragen aus einem Order Flow System gefüllt werden.

      M-Connect-Client-Architektur

    M-Connect-Client-Architektur

    M-Connect-Server

    Bei der Master-KVG wird im Intranet ein Web Service Framework installiert, das die Anfragen entgegennimmt und an die Geschäftslogik (die Service-Implementierung) weiterleitet. Zu den Aufgaben der Geschäftslogik gehört das revisionskonforme Protokollieren der Anfrage, die Überprüfung der Identität und Berechtigung des Absenders, die Validierung, Konvertierung und ggf. Anreicherung der empfangenen Daten sowie die Weiterleitung in das Orderflow-System der Master-KVG. Nach erfolgreicher Weiterleitung erhält der Manager eine entsprechende Erfolgsmeldung. Treten bei der Verarbeitung jedoch Fehler auf, so erhält der Manager detaillierte Fehlermeldungen, damit er die Fehler beheben und die Nachricht erneut übermitteln kann. Im Falle von technischen Fehlern werden außerdem die Administratoren per Email benachrichtigt, damit sie gegebenenfalls Maßnahmen ergreifen können.

      M-Connect-Server-Architektur

    M-Connect-Server-Architektur


    Vorteile für Master-KVGen und Manager

    Der Einsatz des Order Submission Web Services M-Connect bietet die folgenden Vorteile für Master-KVGen und Manager:

    Flexibilität

      Eine Master-KVG muss sich flexibel auf die unterschiedliche Vernetzungssituation der verschiedenen Portfoliomanager einstellen können. Letzlich soll für jeden Einzelfall eine wirtschaftliche und leistungsfähige Anbindung erreicht werden. Die internationalen Managementhäuser werden standardmäßig per SWIFT angebunden. Mit M-Connect steht eine zu SWIFT komplementäre Lösung zur Verfügung, so dass die kleineren, spezialisierten Manager, die nicht SWIFT-fähig sind, dennoch am Workflow teilnehmen können. M-Connect ist somit keine Konkurrenz zu SWIFT, sondern die ideale Ergänzung.

      Kostenreduktion und Prozessqualität

      Der Advisory Desk der Master-KVG wird von den mit M-Connect angeschlossenen Managern nicht mehr beansprucht. Dies senkt erheblich die Adminstrationskosten. Allgemein ermöglicht M-Connect eine „STPreadiness“, d.h. durchgängige Prozessflüsse von der Quelle bis zur Senke ohne teure und fehleranfällige manuelle Eingriffe. So werden die Orders ohne Medienbrüche in das Order Flow System der Master-KVG eingeleitet; zusätzlich ist auch die vollständige Rückwärtsintegration mit dem Order Flow System des Managers möglich.

      Einfache Bedienbarkeit

      Das meist verbreitete Arbeitswerkzeug der Manager ist nach wie vor MS Excel. Die Möglichkeit, den Web Service direkt mit Excel-Daten zu „füttern“, macht die Lösung für Manager zu einem leicht handhabbaren Werkzeug für den automatischen Orderversand. Der automatische Versand erfolgt letztlich, ohne Excel überhaupt zu verlassen. Alternativ dazu ist die vollständige Rückwärtsintegration mit dem Order Flow System des Managers möglich.

      Skalierbarkeit

      Master-KVGen haben durch den Zusammenschluss vieler bereits existierender Teil- und Subfonds ein wesentlich größeres Transaktionsaufkommen als bisherige Fonds. Lasttests haben hierzu gezeigt, dass M-Connect problemlos 1.000 Orders binnen 10 Minuten verarbeitet. Der Order Submission Web Service M-Connect ist außerdem so skalierbar, dass ihn problemlos 200 Manager weltweit gleichzeitig nutzen können.

      Sicherheit

      Besonders großes Augenmerk wurde auf die Sicherheit der verwendeten Übertragungswege und Bearbeitungsschritte gelegt. Zu den implementierten Sicherheitsmerkmalen gehören:

      • Sichere Transportebene
      • Anwender-Authentisierung und Autorisierung
      • Begrenzte Sitzungen
      • Verbindungssicherheit durch Transaktionalität und Duplikaterkennung
      • Geschütztes Passwort beim Anwender
      • Zertifiziertes Anwender-Programm
      • Anwender-Zertifikate
      • Protokollierung
      • Abgeschlossenes System


      Wissenschaftlicher Beitrag in der Fachzeitschrift Information Management & Consulting